Liebe als Start oder Ziel? – Warum westliche Beziehungen so oft scheitern


Wenn man nach Indien blickt, fällt etwas auf: Liebe spielt bei der Partnerwahl dort meist keine Rolle. Viele Ehen werden von den Familien arrangiert. Für westliche Augen wirkt das kühl oder gar lieblos. Doch dahinter steckt eine andere Logik: Es herrscht von Anfang an
Klarheit. Niemand erwartet, dass „die große Liebe“ das Fundament ist. Vielmehr beginnen die Paare mit einem Arrangement, mit Respekt und Verpflichtung – und was an Nähe, Freundschaft oder Liebe im Laufe der Beziehung wächst, ist ein Gewinn.

In Deutschland (und im Westen allgemein) ist die Situation umgekehrt. Hier gilt romantische Liebe als Grundvoraussetzung für eine Partnerschaft. Ohne Schmetterlinge im Bauch, ohne Leidenschaft, scheint es keine Basis zu geben. Doch was passiert, wenn dieses Gefühl nicht auf Gegenseitigkeit beruht oder wenn es nach einiger Zeit nachlässt? Dann bleibt eine Leere. Spätestens wenn ein Partner merkt, dass „Liebe“ in Wirklichkeit keine tragende Rolle spielt, beginnt der Zerfall. Die Beziehung kann fast nur verlieren.

Es ist ein Paradox:

  • Wo keine Liebe erwartet wird, kann sie entstehen – und wächst mit den Jahren.

  • Wo Liebe alles bedeutet, bricht sie oft an ihren eigenen Ansprüchen.

Vielleicht liegt der Schlüssel in einem neuen Verständnis: Wahre Liebe ist kein Blitzschlag, kein Feuerwerk, kein einmaliges Gefühl. Wahre Liebe ist ein Prozess, der wachsen darf. In Indien beginnt eine Beziehung ohne romantische Illusion – und kann Liebe als Ziel entdecken. Im Westen beginnen viele Beziehungen mit einem Idealbild – und zerbrechen, wenn die Realität dem Ideal nicht standhält.

Am Ende stellt sich die Frage:
Suchen wir die Liebe als Startpunkt – oder begreifen wir sie als Ziel, das wir gemeinsam erreichen können?

„Liebe ist nicht das, was man findet. Liebe ist das, was man wachsen lässt.“ 

– anonym


Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Wer spricht hier – und warum?

Warum wir Risiken falsch einschätzen – und was das mit Elektroautos, Impfungen und Flugzeugen zu tun hat

Jeder kennt einen – diese Gespräche, die sich im Kreis drehen